Archive für den Monat: Oktober, 2013

Foto 5(2)Ausstellung art apartment / siegi treuter

Angeregt durch Arbeiten der Künstlerin, die ihre Handschrift eingetragen in vier Räume des ehemaligen gräflichen Forsthauses, in Küche und Bad auch, hat der Langenargener Dichter Ulrich Fentzloff eine Folge von Gedichten entworfen über das Wohnen der Menschen. Die kleine Sammlung trägt den Titel

DAS GRAB DER VÖLKER IST NOCH SCHNEEBEDECKT
Heimweh im XXI. Jahrhundert

Pfarrer Ulrich Fentzloff liest diese Gedichte am

Sonntag, den 3. November 2013 um 17. 00 Uhr
in der städtischen galerie am schlosspark / schützenstraße 5 88069 tettnang

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freitag 18.10. 2013 um 19:00 h
in der städtischen galerie am schlosspark in tettnang
future jam RV- vinyl und schellack im dialog   future--jam

Siegi Treuter: „Es sind Spuren von mir“
Die Künstlerin eröffnet in der Galerie im Schlosspark ihr fiktives „art apartment“

Von Helmut Voith

Tettnang Eine ungewöhnliche Ausstellung hat die aus Friedrichshafen stammende, in Bodman-Ludwigshafen lebende Künstlerin Siegi Treuter in der Städtischen Galerie im Schlosspark installiert. Am Sonntagmorgen eröffnet sie ihr „art apartment“, von dem sie sagt: „Es sind Spuren von mir.“

Das Haus mit dem Hirschgeweih an der Fassade, mit der Galerie in der ehemaligen Försterwohnung hat sie zu einer fiktiven Künstlerwohnung inspiriert: „Vier Zimmer, Küche, Bad, pseudomäßig bestückt – die Vorstellung, dass eine bewohnbare Künstleretage die Öffentlichkeit empfängt, löst bei mir Fantasie und Begeisterung aus.“ Mit schier unbegrenzter Fantasie hat sie die Räume eingerichtet, mit Bildern, Objekten und Installationen: „In den scheinbar autarken Räumlichkeiten steckt eine Menge Input. Das ist eine Kopfgeburt“, sagt sie.

Treuter, seit langem eine feste Größe in der regionalen Kunstszene, ist nach langem wieder zu Gast in der Tettnanger Galerie. Über Jahre hinweg betrieb die quirlige, vor Ideen sprühende Künstlerin mit anderen zusammen die Produzentengalerie im Kavalierhaus in Langenargen. Einzelne Objekte, die dort schon Aufsehen erregt haben, begegnen den Besuchern in Tettnang wieder, so der große, kreisrunde Teppich, aus weißer Flachfolie gehäkelt, der den „Salon“ dominiert, dazu die weißen „Hollywood-Pudel“, andere sind ganz neu und stecken voller Überraschungen. Jedem Raum hat sie seine besondere Bestimmung zugedacht. Sprungfederteile an der Wand wecken die Assoziation an ein Schlafzimmer. Da dürfen Pralinenschachtel und Lektüre nicht fehlen, ebenso ein Kofferset. Am Boden rieseln in einer überdimensionalen Glaskugel weiße Schneeflocken über Barbie.
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Rötlich schimmert das Badezimmer, von der Decke hängen rote Damenstrümpfe dicht an dicht, „sinnlos mit Bodenseekieseln beschwert, um die Länge der Beinlinge zu manipulieren.“ Ein Hauch von Verruchtheit? Nein, sagt sie, bei dieser Installation habe sie an den Waschtag gedacht. Auch ihrer Liebe zum Garten gehört ein Raum mit farbenfrohen Bildern um Gartentisch und Klappstühle. Hinter dem jeweiligen Arrangement steht eine Botschaft: „die Eindrücke der Sinne, Gespinste des Gehirns, Wallungen der Ideen“, sagt die Künstlerin. Flur, Schlafzimmer, Bad, Salon und zwei weitere Räume wecken die Neugierde der Besucher. Die Gegenstände, die Zitate aus den 50ern bieten Stoff zum Träumen und zum Schmunzeln, zum Überdenken der eigenen Wohnsituation.

Eröffnung ist am Sonntag, 13. Oktober um 11 Uhr. Die Ausstellung läuft bis 10. November, geöffnet ist von Dienstag bis Samstag von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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„Waschtag“ in Siegi Treuters „art apartment“, das am Sonntagmorgen in der Galerie im Schlosspark eraɬðffnet wird. (Foto: Helmut Voith)

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